Berichte über die Beschäftigung des NSU-Trios bei V-Mann in Zwickau – GRÜNE: Was wusste der sächsische Verfassungsschutz?

Zu dem Berichten der Tageszeitung DIE Welt bzw. der Nachrichtenagentur dpa über die Beschäftigung des NSU-Trios bei einem V-Mann des Bundesamtes für Verfassungsschutz in Zwickau erklärt Valentin Lippmann, Obmann der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag im NSU-Untersuchungsausschuss:

„Die Recherche der Autoren Aust, Büchel und Laabs offenbart erneut erhebliche Ermittlungsdefizite bei der Aufklärung der Verbrechen des NSU. Wenn Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe tatsächlich bei Ralf (Manole) Marschner, V-Mann des Bundesamtes für Verfassungsschutz, gearbeitet haben, ist der Kreis derer, die vom Aufenthalt des Trios in Zwickau wussten, weit größer als bislang bekannt.“

„Mir stellt sich erneut die Frage, ob auch der sächsische Verfassungsschutz vom Aufenthalt des Trio wusste. Das Ehepaar Susann und André Eminger gehörten zum Freundeskreis Marschners und galten als engste Vertraute des Trios. Sie waren auf dem Radar des sächsischen Verfassungsschutzes, der im März 2003 versuchte, André Eminger als Spitzel zu werben. Dass diese Anwerbeversuche kurz nach der Abschaltung des BfV-Spitzels Marschner stattfanden, ist möglicherweise kein Zufall.“

„Ich hoffe, wir können im Untersuchungsausschuss des Landtags Licht ins Dunkel bringen.“

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