Wenn die Kamera mitdenkt – Die Aushöhlung unserer Grundrechte durch intelligente Videoüberwachung

Freitag, den 15. September 2017 18:00 Uhr bis 15.09.2017 20:00 Galerie KUB Kantstr. 18, Leipzig-Connewitz

Am 1. August 2017 begann am Berliner Bahnhof Südkreuz der erste Feldversuch intelligenter Videoüberwachung. Seitdem werden freiwillige Testpersonen über mehrere Kameras hinweg mit Gesichtserkennungssoftware beobachtet und Bewegungsprofile erstellt. Auch auffälliges Verhalten von Personen soll erkannt werden. Das Projekt wird von der Bundespolizei, dem Bundeskriminalamt und der Deutschen Bahn gemeinsam durchgeführt.

In Sachsen wird bereits seit 2011 mit der anlassbezogenen, mobilen, automatisierten Kennzeichenerkennung eine spezielle Form der intelligenten Videoüberwachung betrieben. Die Einführung intelligenter Videoüberwachung steht zudem auf der Liste der Projekte, die Sachsens Innenminister mit einem neuen Polizeigesetz umsetzen will. Datenschutzbeauftragte und Bürgerrechtlerinnen und -rechtler sehen in der intelligenten Videoüberwachung neue Gefahren für unsere Grundrechte.

Zu den Kritikern gehört auch Benjamin Kees. Er hat in seinem Buch „Algorithmisches Panopticon – Identifikation gesellschaftlicher Probleme automatisierter Videoüberwachung“ ein technisch wahrscheinliches System automatisierter Videoüberwachung entworfen und beschrieben, welche direkten und langfristigen Auswirkungen dies auf betroffene Individuen und die Gesellschaft hat. Herr Kees liest aus seinem Buch und diskutiert auch anschließend mit Ihnen.

Es diskutieren:
Bernhard Bannasch, Vertreter des Sächsischen Datenschutzbeauftragten
Benjamin Kees, Autor des Buches „Algorithmisches Panopticon – Identifikation gesellschaftlicher Probleme automatisierter Videoüberwachung“
Valentin Lippmann, innenpolitischer Sprecher der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Sächsischen Landtag

Diese Veranstaltung findet im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Überwacht? – Bürgerrechte in Zeiten der Angst“ statt.

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