Mit ‘Dresden’ getaggte Artikel

Die 10% und ihre Wirkung

Freitag, 01. Juni 2012

In der Dresdner Neustadt stehen die Einzelhandelsinvestoren derzeit Schlange. Nicht weniger als drei große Einzelhandelsprojekte wurden in den letzten zwei Jahren in den zuständigen Gremien vorgestellt. Es handelt sich dabei um die Ansiedlungspläne der Firma Globus am alten Leipziger Bahnhof, die Pläne unterschiedlicher Investoren das Postareal auf der Königsbrücker Straße mit einem Einzelhandelsmarkt zu bebauen und zu guter Letzt um die Pläne verschiedener Investoren die Fläche rund um das DVB-Hochhaus zu bebauen und dabei den Turm zu sanieren. Dazu kommen noch weitere Einzelhandelsflächen, die demnächst in der Neustadt entstehen, wie der Rewe-Markt auf der Bautzner Straße.

Was BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN für eine Auffassung zu den verschiedenen Projekten hat ließ sich der Presse entnehmen und ist sehr gut auf neustadtgruene.de dargestellt. Deshalb möchte ich an dieser Stelle auf die Darstellung der verschiedenen Gründe, warum wir Globus ablehnen und das kleinere EDEKA-Projekt am Albertplatz befürwortet haben (was sich mittlerweile leider wieder zerschlagen hat), verzichten. Alle Investoren eint jedoch die Auffassung, dass die ihr Einzelhandelsprojekt für stadtteilverträglich halten und dies auch in der Regel mit entsprechenden Gutachten untermauern können. Nicht nur in der Politik oder bei den ortsansässigen Gewerbetreibenden gibt es die berechtigte Angst davor, dass ein großer Einzelhandelsbetrieb mittelfristig eine kleinteilige Einzelhandelsstruktur wie in der äußeren Neustadt zerstören kann. Umso wichtiger ist daher, dass die Investoren die Stadtteilverträglichkeit ihres Projektes nachweisen können. Dies erfolgt durch sehr umfangreiche Einzelhandelsgutachten, die versuchen die Auswirkungen des Projektes auf den umliegenden Einzelhandel hochzurechnen. Dabei müssen diese mathematischen Ergebnisse nicht immer mit den durch gesunden Menschenverstand angenommenen Auswirkungen übereinstimmen. Die Annahmen und Berechnungen drehen sich alle samt um die Frage ob durch das neue Einzelhandelsprojekt eine Umsatzverteilung zu Gunsten von mehr als 10% erfolgen wird. Diese 10% sind für die Investoren fast schon eine magische Grenze – ihre Gutachten versuchen stets nachzuweisen, dass man unter 10% Umsatzumverteilung bleibt und das Projekt damit für den umliegenden Einzelhandel verträglich ist.

(weiterlesen…)

Dresdens Mythos und die Bücherverbrennungen

Dienstag, 09. März 2010

Wenn man Menschen in Dresden fragen würde, was sie mit dem 08. März verbinden, so vermute ich, würde zwar ein gewisser Anteil zumindest wissen, dass an besagtem Tag Frauentag ist, dies ist zunächst sehr löblich, dass aber der 08. März der Jahrestag der nationalsozialistischen Bücherverbrennungen in Dresden ist, scheinen die wenigsten verinnerlicht zu haben.

Gestern fand also dementsprechend eine Gedenkveranstaltung am Ort jener Bücherverbrennung des 08.03.1933 am Wettiner Platz statt.  Hier wurden 1933,  nach der Erstürmung der dortigen Volksbuchhandlung durch die SA, Bücher und Zeitungen verbannt. Eine kleine Tafel am Gebäude Wettiner Platz 10 erinnert bis heute daran.  Das Datum der Dresdner Bücherverbrennungen, welches deutlich vor den deutschlandweiten Bücherverbrennungen am 10. Mai 1933 liegt, zeigt, dass Dresden, entgegen des Mythos der unschuldigen Kulturstadt, in manchen Aktionen sogar Vorreiter des Nazionalsozialistischen Terrorregimes war.

Vielen Menschen in Dresden scheint dies nicht bewusst zu sein oder sie haben es verdrängt. Anders ist kaum zu erklären, dass gestern nur ca. 30 Menschen den Weg zur Gedenkveranstaltung am Wettiner Platz fanden. Ich hoffe sehr, dass es in Zukunft deutlich mehr werden.  Dresden muss endlich lernen seine Geschichte so zu sehen, wie sie war.

Das Hegemonialstreben eines Barockistenvereins

Samstag, 27. Februar 2010

Vorweg: Mir liegt wenig daran, die Gräben in dieser Stadt weiter aufzureißen, aber gewisse Dinge müssen dann doch mal niedergeschrieben werden.

Am 26.02.2010 fand eine Veranstaltung der Gesellschaft historischer Neumarkt Dresden (GHND) im Haus der Kirche statt. Da auch die Ortsbeiräte aus der Neustadt eingeladen waren, sich die Veranstaltung anzuhören, habe ich mich also zu besagter Veranstaltung unter dem Titel “Wie weiter mit der inneren Neustadt?” begeben. Die Grundzüge der Problematik mit der GHND hat mein Parteikollege Achim Wesjohann bereits sehr gut dargestellt.

Die Veranstaltung glich stellenweise weniger einer Informations- und Diskussionsveranstaltung, als vielmehr nahezu einer Indoktrinationsveranstaltung.  Ich möchte daher den Inhalt dieser Veranstaltung hier nicht wiedergeben, die drei Stunden waren  über weite Strecken eher Realsatire als ein wirklicher Informationsgewinn.  Zum Florana Projekt möchte ich auch nichts schreiben, hier verweise ich auf die Seite der Stadtratsfraktion der GRÜNEN.

(weiterlesen…)