Mit ‘Gedenken’ getaggte Artikel

Wird der Postplatz der neue Heidefriedhof?

Sonntag, 19. Juni 2011

Am 17.06.2011 jährte sich wieder der Jahrestag des Aufstandes in der DDR. In Dresden gibt es seit einigen Jahren ein Denkmal in Form einer Panzerkette, dass an diesen Tag erinnern soll. Neben diesem Denkmal fand auch dieses Jahr wieder ein offizieller Gedenkakt der Landeshaupstadt Dresden statt.

Die Szenerie der diesjährigen Gedenkveranstaltung erinnerte jedoch bedrückend an jene Bilder, die sich jährlich am 13. Februar auf dem Heidefriedhof abspielen. Die Veranstaltung wurde massiv durch Neonazis dominiert. Circa 50 Nazis, darunter viele bekannte Gesichter, wie fast die gesamte Landtagsfraktion einschließlich Mitarbeiter, nahmen an der Gedenkveranstaltung „teil“. Diese gruppierten sich, nachdem sie geschlossen vom Landtag zum Postplatz marschierten, um die anwesenden Bürgerinnen und Bürger, die Mitglieder des Stadtrates und des Landtags, die gegenüber den Nazis eine zahlenmäßige Minderheit waren. Die zahlenmäßige Überlegenheit wurde noch dadurch verstärkt, dass die Nazis wieder ihre eigenen Sicherheitsleute mitgebracht hatten, die mit Knopf im Ohr um die Veranstaltung verteilt standen und nach potentiellen „Störern“ Ausschau hielten.

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Beschluss der Dresdner GRÜNEN zur Gedenkkultur

Montag, 28. Februar 2011

Der Kreisverband der Dresdner GRÜNEN hat bei der letzten Mitgliederversammlung den folgenden von Achim Wesjohann und mir gestellten Antrag zur Gedenkkultur in Dresden beschlossen.

Ich hoffe, dass daraus eine kluge Stadtratsinitiative entsteht, die die im Antrag benannten Probleme grundhaft angeht und zu einer Debatte über die Gedenkkultur in Dresden beiträgt.

Gedenkkultur in Dresden

Die Mitgliederversammlung möge beschließen:

Die Stadtratsfraktion wird aufgefordert, in Zusammenarbeit mit dem Stadtvorstand binnen neun Monaten eine Stadtratsinitiative für die Umgestaltung des offiziellen Gedenkens der Landeshauptstadt Dresden an die Opfer der Luftangriffe vom 13. und 14 Februar 1945 zu erarbeiten.

Die Initiative sollte folgende Punkte beinhalten:

  1. Vorschläge für einen durch die Landeshauptstadt Dresden zu initiierenden Prozess der Auseinandersetzung mit dem „Mythos Dresden“ und der Geschichte Dresdens im Nationalsozialismus
  2. Vorschläge zur baulichen Umgestaltung/Ergänzung der Anlage des Heidefriedhofes, insbesondere des Rondells
  3. Vorschläge für  eine Reformierung des protokollarischen Gedenkens am 13. Februar

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Dresdens Mythos und die Bücherverbrennungen

Dienstag, 09. März 2010

Wenn man Menschen in Dresden fragen würde, was sie mit dem 08. März verbinden, so vermute ich, würde zwar ein gewisser Anteil zumindest wissen, dass an besagtem Tag Frauentag ist, dies ist zunächst sehr löblich, dass aber der 08. März der Jahrestag der nationalsozialistischen Bücherverbrennungen in Dresden ist, scheinen die wenigsten verinnerlicht zu haben.

Gestern fand also dementsprechend eine Gedenkveranstaltung am Ort jener Bücherverbrennung des 08.03.1933 am Wettiner Platz statt.  Hier wurden 1933,  nach der Erstürmung der dortigen Volksbuchhandlung durch die SA, Bücher und Zeitungen verbannt. Eine kleine Tafel am Gebäude Wettiner Platz 10 erinnert bis heute daran.  Das Datum der Dresdner Bücherverbrennungen, welches deutlich vor den deutschlandweiten Bücherverbrennungen am 10. Mai 1933 liegt, zeigt, dass Dresden, entgegen des Mythos der unschuldigen Kulturstadt, in manchen Aktionen sogar Vorreiter des Nazionalsozialistischen Terrorregimes war.

Vielen Menschen in Dresden scheint dies nicht bewusst zu sein oder sie haben es verdrängt. Anders ist kaum zu erklären, dass gestern nur ca. 30 Menschen den Weg zur Gedenkveranstaltung am Wettiner Platz fanden. Ich hoffe sehr, dass es in Zukunft deutlich mehr werden.  Dresden muss endlich lernen seine Geschichte so zu sehen, wie sie war.